Häufigste Fragen bei einer (einvernehmlichen) Ehescheidung

Bei einer einvernehmlichen Ehescheidung benötigt lediglich der antragstellende Ehegatte einen Rechtsanwalt. Der andere, der lediglich der Scheidung zustimmt, muss keinen eigenen Rechtsanwalt beauftragen. Dies hat den Vorteil, dass die Scheidungskosten insgesamt auf ein Minimum reduziert werden. Einen „gemeinsamen Rechtsanwalt“ gibt es allerdings nicht. Ein Anwalt kann immer nur eine Partei vertreten und hat die Interessen seines Mandanten wahrzunehmen. Allerdings ist er dabei an den Auftrag seines Mandanten gebunden.

Bei einer einvernehmlichen Ehescheidung kann der Scheidungsantrag zehn Monate nach der Trennung der Parteien gestellt werden. Trennung bedeutet, dass der eine Ehegatte gegenüber dem anderen äußert, dass er die eheliche Lebensgemeinschaft nicht mehr aufrecht erhält und eine so genannte räumliche Trennung stattfindet. Diese Trennung kann auch innerhalb der Ehewohnung vollzogen werden. Dann müssen die Parteien „von Tisch und Bett getrennt“ leben. Bis zum Scheidungstermin vor dem Amtsgericht müssen die Parteien mindestens zwölf Monate getrennt leben.

Sobald die Ehegatten beschließen, sich zu trennen, beginnt die Trennungszeit. Dabei muss zumindest der eine Ehegatte gegenüber dem anderen äußern, dass er die eheliche Lebensgemeinschaft nicht aufrecht erhalten möchte. Daneben müssen auch die äußeren Umstände an die Trennung angepasst werden. Entweder zieht ein Ehegatte aus der ehelichen Wohnung aus oder es findet eine Trennung von Tisch und Bett innerhalb der Ehewohnung statt. Dabei haben die Parteien getrennt zu schlafen, zu essen und zu waschen.

Somit liegt noch keine Trennung vor, wenn beispielsweise einer der Parteien inhaftiert ist oder sich für längere Zeit im Ausland aufhält. Denn in einem solchen Fall fehlt es an einer Äußerung der Parteien, die eheliche Lebensgemeinschaft nicht aufrecht erhalten zu wollen.

Die Kosten einer Ehescheidung sind von den Einkommensverhältnissen der Parteien abhängig. Für gemeinsame minderjährige Kinder können Abschläge vorgenommen werden, genauso für Schulden der Parteien. Wird um Unterhalt oder Zugewinn oder um eine sonstige Angelegenheit gestritten, so bemessen sich die Kosten nach dem Wert der Streitigkeit. Es ist auf jeden Fall ratsam, sich vor Beauftragung eines Rechtsanwalts von diesem einen Kostenvoranschlag erstellen zu lassen.

Bei geringem Einkommen bzw. bei erheblichen Schulden, können die Parteien Verfahrenskostenhilfe beantragen. Dies bedeutet, dass die Gebühren des eigenen Rechtsanwalts und der Gerichtskostenanteil von der Staatskasse getragen werden. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass das Gericht Verfahrenskostenhilfe auf Raten bewilligt. Dies bedeutet, dass die Partei lediglich ein zinsfreies Darlehen erhält. Dabei können bis zu 48 Monatsraten festgesetzt werden. Die Höhe der Raten wird durch das Gericht festgelegt. Allerdings ist zu beachten, dass die gegnerischen Rechtsanwalts- und Gerichtskosten durch die Verfahrenskostenhilfe nicht abgedeckt sind. In der Regel stellt der Rechtsanwalt für den Mandanten den Antrag auf Verfahrenskostenhilfe und reicht den entsprechenden Fragebogen bei Gericht ein.

Bei einer einvernehmlichen Scheidung besteht lediglich für den Antragsteller Anwaltszwang. Beauftragt die Gegenseite keinen eigenen Rechtsanwalt, so hat in der Regel die antragstellende Partei die Kosten ihres Rechtsanwalts selber zu tragen. Die Gerichtskosten werden in der Regel gegenseitig aufgehoben, dies bedeutet, dass beide Parteien die Hälfte der Gerichtskosten zu tragen haben. Eine Ausnahme ist nur dann gegeben, sofern die Antragsgegnerpartei gegenüber der Antragstellerpartei zum Unterhalt verpflichtet ist. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, dass die Antragstellerpartei ihre Rechtsanwaltskosten über einen so genannten Prozesskostenvorschuss vom Antragsgegner verlangt.

Bei einer einvernehmlichen Ehescheidung können die Parteien dann Scheidungskosten sparen, sofern nur die Antragstellerpartei einen Rechtsanwalt beauftragt. In diesem Fall können die Parteien untereinander schriftlich vereinbaren, dass jede Partei die Hälfte der Anwaltskosten übernimmt.

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es keine Scheidungen über das Internet. Allerdings kann über eine Internetseite ein Rechtsanwalt beauftragt werden. Dieser formuliert dann den Scheidungsantrag und reicht ihn beim zuständigen Amtsgericht ein. Dort wird das Scheidungsverfahren durchgeführt.

Bei einer einvernehmlichen Scheidung sind sich die Parteien über die wesentlichen Punkte einig. Das heißt, sie streiten sich nicht oder lediglich noch um Kleinigkeiten, jedoch sind sie sich darüber einig, dass sie geschieden werden wollen. Bei einer einvernehmlichen Scheidung kann nach zehn Monaten Trennung der Scheidungsantrag eingereicht und nach zwölfmonatiger Trennung dann die Ehescheidung ausgesprochen werden.

Auch bei einer so genannten streitigen Scheidung kann eine Vertretung durch mich erfolgen.

Sobald dem Rechtsanwalt sämtliche notwendigen Unterlagen vorliegen, kann der Scheidungsantrag eingereicht werden. Die Dauer des Verfahrens hängt davon ab, ob das Trennungsjahr bzw. die zehnmonatige Trennungsphase bereits absolviert wurde und ob ein Versorgungsausgleich durchzuführen ist. Sofern die Parteien noch keine drei Jahre verheiratet sind oder sie den Versorgungsausgleich durch eine notarielle Urkunde ausgeschlossen haben oder beabsichtigen, diesen Ausschluss vor Gericht protokollieren zu lassen, kann der Scheidungstermin innerhalb von etwa zwei Monaten bestimmt werden. Allerdings hängt dies von der Bearbeitungszeit durch das Gerichts ab.

Sofern der Versorgungsausgleich durchgeführt werden muss, ist mit einer Verfahrensdauer von mindestens sechs Monaten ab Einreichung des Scheidungsantrages zu rechnen.

Am Tag des Scheidungstermins wird der Scheidungsbeschluss allerdings noch nicht rechtswirksam, sofern im Termin kein zweiter Rechtsanwalt für den Verzicht auf Rechtsmittel auftritt. Die Rechtswirksamkeit tritt erst etwa einen Monat nach Zustellung des Scheidungsbeschlusses bei den Parteien ein.

Zusammen mit dem Scheidungsverfahren ist der so genannte Versorgungsausgleich zu regeln, sofern die Parteien diesen nicht ausschließen, kein notarieller Ausschluss erfolgt, die Parteien noch keine drei Jahre verheiratet sind, die Durchführung des Versorgungsausgleichs nicht wünschen oder ein Fall von Unerheblichkeit vorliegt. Darüber hinaus sind nur dann Folgesachen wie Unterhalt und Zugewinnausgleich zu regeln, sofern dies von den Parteien beantragt wird.

Der Versorgungsausgleich kann entweder durch eine notarielle Urkunde oder vor Gericht durch einen so genannten Anwaltsvergleich ausgeschlossen werden. Vor Gericht ist es notwendig, dass beide Parteien anwaltlich vertreten sind. Allerdings kann der zweite Rechtsanwalt lediglich für den Ausschluss des Versorgungsausgleichs im Scheidungstermin beauftragt werden. Dadurch können Kosten gespart werden.

Bei einer einvernehmlichen Scheidung stellt es überhaupt kein Problem dar, einen Rechtsanwalt weiter entfernt zu beauftragen. Sollte ich nicht persönlich zum Gerichtstermin kommen, so werde ich einen so genannten Korrespondenzanwalt beauftragen. Dieser wird für mich dann vor Ort den Termin vor dem Scheidungsrichter wahrnehmen und Sie umfassend betreuen. Somit fallen auch keine Fahrtkosten an.

Mit dem rechtskräftigen Beschluss kann beim Standesamt der alte Nachname wieder angenommen werden. Die Gebühren hierfür sind gering.

Nach rechtskräftiger Ehescheidung kann in der Regel wieder neu geheiratet werden.